Kuckuck

Kennen Sie „Ein (un)möglicher Härtefall“ der Coen-Brüder? Mit Clooney als Scheidungsanwalt und Zeta-Jones als Heiratsschwindlerin?

Ich mag den schwarzen Humor und es entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn man selbst Geschichten erlebt, in denen nichts so ist, wie es scheint.

Bleib Du selbst!

Als mir heute eine liebe Freundin erzählte, dass sie lieber ihre Ideen verfolgt als sich in Wiederholungen zu ergehen, welche gerade en vogue und verkäuflich sind, dachte ich nur „genau!“. Immer mal was Neues ausprobieren, Entwicklung, Lernen, bei sich bleiben…

Anfang 1988 war ich in der letzten, der X. Kunstausstellung der DDR im Albertinum. Ja, die mit Uwe Pfeifers „Auf dem Wege“, Mattheuers „Jahrhundertschritt“, aber auch den „Sowjetsoldaten“ oder zwei bunten Schwüngen auf Papier usw. Ich war kurz davor, mein Technikstudium nach einem Semester “ zu schmeißen, bei den SKD als Aufsicht zu verdingen und mich für ein Kunststudium zu bewerben. Nach dem Ausstellungsbesuch lief ich mit dem Katalog unterm Arm über die Augustusbrücke und kehrte im Eiscafe Venezia auf der Hauptstraße, korrigiere damals „Kristall und Straße der Befreiung“, ein. Der Laden war voll und ein Ehepaar setzte sich zu mir an den Tisch. Der Mann fragte nach dem Katalog und ob ich auch male. Er stellte sich als Handwerker aus Radebeul vor und bot mir an, gegen Entgelt aus einem Abstammungsnachweis aus finsteren Zeiten einen richtigen „Stammbaum“ für ihn zu machen. Ich lehnte damals ab.

Das Leben hatte einen anderen Plan und so wurde statt des Künstlers ein Dipl.-Wirtsch.-Ing. aus mir. Heute wie damals male ich nur, wenn ich Lust dazu habe, wie und worauf ich Lust habe. Ich denke, das sollte auch Sinn und Zweck sein.

Oder wie die Freundin es heute nannte: „Authentisch bleiben!“. Alles Andere ist ein Ausdruck mangelnden Selbstwertgefühls und höchstgradig manipulativ.

Die meisten Menschen haben sowieso einen Instinkt dafür.

Der Populismus des Herrn Rukwied

Wenn Tanja Busse im Presseclub (ab 4:05 min) dem Präsidenten des Bauernverbandes Populismus vorwirft, weil „die Berliner Blase aus Menschen, die nie gearbeitet oder geschwitzt haben“ eine falsche Politik betreibt, hat sie nicht begriffen, wo der Begriff „Populismus“ herkommt. Natürlich ist die Rhetorik purer Populismus. In diesem Fall trifft er sogar die Stimmung im Land.

https://www.ardmediathek.de/video/presseclub/die-trecker-revolte-berechtigt-oder-ueberzogen/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNWFjMDVkNzQtZjU3Mi00ZDlkLWE5MTAtYTNjZjM5MThlMWJm

https://de.wikipedia.org/wiki/Populismus

Die Entsolidarisierung der Gesellschaft haben nicht die Populisten zu verantworten, da verdreht man Ursache und Wirkung. Wir driften immer mehr in Zustände, die man seit der Weimarer Republik nicht mehr gesehen hat. Das macht mir Angst.

Frohe Weihnachten!

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und ich möchte mich bedanken für das nette Feedback, welches mich bei den Ausstellungen, per Email und auf den Kanälen der sozialen Medien erreichte. Vor einem Jahr dachte ich nicht im Traum daran, dass so viele Menschen etwas verbinden mit dem, was ich immer als Hobby und Freizeitausgleich ansah und ansehe.

Auch die vielen neuen Bekanntschaften und Freundschaften mit Menschen, die meine Leidenschaft teilen, haben mir viel Kraft und Mut gegeben, im neuen Jahr neue Projekte anzugehen, Neues auszuprobieren und dabei zu lernen.

Brigitta, Grit, Carsten, Chris, Fritz, Ingolf, Holly (weiter Mut zur Gegenständlichkeit!),… und natürlich Luiza – Ihr seid die Besten! Ohne Euch hätte ich nie den Mut aufgebracht, mein stilles Kämmerlein zu verlassen.

Auf Instagram, Facebook und hier auf meiner Webseite werde ich Sie gern auf dem Laufenden halten. Ich hoffe, man sieht sich dann wieder. Ich freue mich auf die Gespräche und eine gemeinsame gute Zeit.

Bis dahin wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Start in ein gesundes, erfolgreiches und vor allem friedlicheres neues Jahr!

Ihr Olaf Böhme

Roman Pestak

Manchmal kreuzen sich Lebenswege, ohne das es irgendeinen Nachhall hat. Manchmal hat man ein Stück des gleichen Weges und manchmal sind es nur in entgegengesetzter Richtung aneinander vorbeifahrende Züge.

Der Pferdeflüsterin verdanke ich immerhin die Zeilen von Roman Pestak, über den ich sonst wohl eher nicht gestolpert wäre.

https://pestak.at/?post_type=post

Danke dafür, Diskoqueen Sandra! 🙂

Die Essenz

Luiza wirft mir in der ihr eigenen Emotionalität und Begeisterungsfähigkeit des Öfteren einen Satz um die Ohren, der mich nachdenklich macht.

„Olaf, das ist unglaublich! Du hast ein Talent, die Essenz der Dinge/Menschen wiederzugeben!“

Im Januar 2007 war ich mit dem Laufteam im Trainingslager in Portugal. Es würde zu weit führen, die Begegnungen zu schildern, die aus den 10 Tagen ein intensives Erlebnis machten. Ich las damals im Hotel und im Flieger den „Nachtzug nach Lissabon“. Schwierig zu lesen durch die seitenlangen Einschübe mit philosophischen Betrachtungen. Nun, der Autor ist ja auch ein Philosoph.

„Die Ferne zu den Anderen, in die uns dieses Bewusstsein rückt, wird noch einmal größer, wenn uns klar wird, dass unsere äußere Gestalt den Anderen nicht so erscheint wie den eigenen Augen. Menschen sieht man nicht wie Häuser, Bäume und Sterne.
Man sieht sie in der Erwartung, ihnen auf bestimmte Weise begegnen zu können und sie dadurch zu einem Stück des eigenen Inneren zu machen. Die Einbildungskraft schneidet sie zurecht, damit sie zu den eigenen Wünschen und Hoffnungen passen, aber auch so, dass sich an ihnen die eigenen Ängste und Vorurteile bestätigen können.
Wir gelangen nicht einmal sicher und unvoreingenommen bis zu den äußeren Konturen eines Anderen. Unterwegs wird der Blick abgelenkt und getrübt von all den Wünschen und Phantasmen, die uns zu dem besonderen, unverwechselbaren Menschen machen, der wir sind. Selbst die Außenwelt einer Innenwelt ist noch ein Stück unserer Innenwelt, ganz zu schweigen von den Gedanken, die wir uns über die fremde Innenwelt machen und die so unsicher und ungefestigt sind, dass sie mehr über uns selbst als über den Anderen aussagen.“ (Pascal Mercier alias Peter Bieri)

„Ich denke, dass ein Künstler sein Modell weder sehen noch kennen muss. Ein Porträt sollte ihre Seele, ihr Wesen oder ihren Charakter nicht ausdrücken. Und der Künstler sollte darin keine eigene, besondere Wahrnehmung des Modells zeigen … “ (Gerhard Richter)

Im ersten Moment widersprechen sich die Zitate vielleicht. Man kann Richters Sichtweise als Misstrauen gegen alles Visuelle deuten, was über uns hinweg flutet. Kann man den Bildern noch trauen? Aber was wird bezweckt mit den Manipulationen, die durch KI heute kinderleicht zu bewerkstelligen ist? Man will den Betrachter beeinflussen, schon klar.

Was kann Kunst dann noch leisten? Ist ein Bild dann gut, wenn es nichts Spezifisches zeigt, was dem Betrachter in seinem Streben nach Erkenntnis und Verständnis fängt? Wenn es Deutungen zulässt und alles Plakative vermeidet?

Am Ende ist es wohl so. Bestenfalls löst es etwas aus und führt zu Kommunikation. Ob es die Essenz darstellt? Vielleicht die eigene Essenz. Ansonsten würde es bedeuten, dass es auch sehr schmerzhaft werden könnte. Wer möchte schon in all seinen Widersprüchen, seiner Seele „erkannt“ werden?

Wir neigen dazu, eine „äußere Glasscheibe“ einzuziehen, die allzu tiefe Einblicke verhindert und dem Gegenüber eine kuriose Mischung aus schemenhaften „Selbst“ und Spiegelungen zeigt.

Ich merke gerade, das müsste man mal malen..